Diäten - Zehn häufige Fragen

1. Welche unterschiedlichen Diätformen gibt es?

Diäten gibt es schon seit vielen Jahren und entsprechend haben immer wieder Ernährungswissenschaftler sinnvolle oder wenige sinnvolle, gefährliche oder ungefährliche Varianten erfunden. Der Focus stellt eine Auflistung der diversen Ernährungsformen zur Auswahl. Hier lassen sich bereits 55 unterschiedliche Formen differenzieren. Eigentlich gibt es noch viel mehr, aber diese sind in Deutschland aktuell am verbreitetsten. Zu den bekanntesten davon gehören unter anderem Atkins-Diät, Paleo-Diät, Weight Watchers-Diät, Hollywood-Diät, Fasten.

Dabei haben alle Diäten andere Vorgehensweisen. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Bei nahezu allen Formen ist es wichtig, auf seine Ernährung zu achten. Allerdings sind nicht alle Ernährungsweisen gesund. Zwar versprechen viele schnelle Erfolge, dauerhaft sind sie jedoch nicht in allen Fällen. Manche davon sind sogar gefährlich für den Körper.

2. Sind Diäten gefährlich?

Grundsätzlich sind Diäten nicht gefährlich, solange diese in einem gesunden Rahmen praktiziert werden. Dennoch gibt es Formen, die sich als riskant herausstellen, da die Kalorienaufnahme erheblich eingeschränkt ist. Ferner spielt das eigene Körpergefühl eine wichtige Rolle, denn Personen, die abnehmen möchten, sind mit dem Ergebnis nur selten zufrieden, sehen sich häufig weiterhin als zu dick an und erkennen nicht, wenn die Ernährung wieder langsam an die körperlichen Bedürfnisse angepasst werden sollte. Geschieht das nicht, so steigt das Risiko, in eine Magersucht abzurutschen. Allerdings ist das nur eine Extremsituation. In normalen Fällen sind Diäten nicht gefährlich, sondern steigern das Lebensgefühl, die körperliche und geistige Gesundheit sowie die persönliche Zufriedenheit. Wichtig ist dabei, dass das persönliche Umfeld ehrlich ist und betroffene Personen warnt. Ferner sollte die Diät beendet werden, wenn das vormals festgelegte Ziel erreicht wurde.

3. Woran zeigt sich eine Magersucht?

Mangelernährung mit Anzeichen einer Magersucht zeigt sich hauptsächlich durch unterschiedliche Symptome. Die Apotheken Umschau gibt verschiedene Aspekte an, die als besorgniserregend einzustufen sind. Zum einen ist das Untergewicht zu nennen, sobald es unter dem durchschnittlichen Körpermasse-Index (Body-Mass-Index, BMI) liegt. Des Weiteren ist eine Sucht wahrscheinlich, wenn die Gedanken ausschließlich um Essen, Kalorienzählen oder der Angst vor einer Gewichtszunahme kreisen. Betroffene, die diese Anzeichen bei sich selbst oder auch bei Angehörigen erkennen, sollten mit einem Arzt oder einen Psychologen in Kontakt treten. Die Magersucht kann zur Folge haben, dass der Mensch sein komplettes Hungergefühl verliert und schließlich nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft das Gewicht wieder auf ein normales und gesundes Level zu bringen. Auch Zwänge und Essrituale sind Anzeichen einer falschen beziehungsweise mangelhaften Ernährung. Zudem ist die Körperschemastörung ein zusätzlicher kritischer Aspekt, denn die Menschen sehen ihren Körper trotz Gewichtsreduktion anders, da sie weiterhin glauben, zu dick zu sein.

4. Wie errechnet sich das Idealgewicht?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, das medizinisch optimale Gewicht auch als Laie auszurechnen. Eine davon ist der BMI, welcher als Richtwert dienen kann. Dieser hat allerdings auch Schwächen, denn das Ergebnis berücksichtigt lediglich Größe und Gewicht und stellt dieses in Relation. Allerdings bleibt eine Differenzierung zwischen Muskelmasse und Fettgewebe aus, sodass der Index zwar durchaus als Orientierung hinsichtlich einer Magersucht dienen kann, sobald das andere Extrem jedoch vorliegt, kann der BMI nicht feststellen, ob es sich um ein gesundes oder ungesundes Übergewicht handelt. Leistungssportler wie etwa der Gewichtheber Matthias Steiner wurden laut BMI als extrem adipös eingestuft, obwohl das Gewicht aufgrund der Muskelmasse und nicht aufgrund des Körperfetts zustande kam. Dies ist eine Schwäche der Kalkulation. Nichtsdestotrotz dient diese weiterhin als Maßstab. Hier können Interessenten ihren eigenen BMI ausrechnen.

5. Was ist der Unterschied zwischen Adipositas und Übergewicht?

In diesem Beitrag werden beide Formen beschrieben. Im Grunde ist lediglich das Gewicht der Unterschied. Während das Übergewicht bei einem Mann einen BMI zwischen 25 und 29 vorsieht, ist Adipositas von größeren Werten gekennzeichnet. Diese Form der Fettsucht ist darüber hinaus in drei Grade zu untergliedern.

  • Grad I: BMI 30 - 34,9
  • Grad II: BMI 35 - 39,9
  • Grad III: < 40

In Deutschland ist das Aufkommen von Übergewicht oder sogar von Adipositas sehr hoch. Das geht auf das Statistische Bundesamt zurück. Gerade im Alter nimmt das Gewicht bei vielen Menschen zu. Rund 36 Prozent aller Menschen in Deutschland sind übergewichtig und 14 Prozent leiden unter einem BMI zwischen 30 und 40, was als adipös zu bezeichnen ist.

6. Was ist der Jo-Jo-Effekt?

Ein Problem, von dem viele Menschen berichten, die sich einer Diät unterziehen, ist der Jo-Jo-Effekt, der die schnelle Gewichtszunahme nach Beenden der bewussten Ernährungsform bezeichnet. Besonders bei Blitzdiäten wie der Hollywood-Diät ist dies ein Problem, denn der Körper fährt seinen Grundumsatz aufgrund der reduzierten Ernährung drastisch herunter. Sobald sich die Ernährung jedoch wieder normalisiert, versucht er, die verlorene Energie wieder aufzuholen. Dies tritt jedoch nicht ein, wenn eine kontrollierte und langsame Ernährungsumstellung stattfindet. Die Berliner Zeitung beschreibt acht Tipps, die dabei helfen, den Jo-Jo-Effekt so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört neben dem Aufbau von Muskelmasse auch ein regelmäßiges Ausdauertraining, ausreichend Bewegung im Alltag, die richtige Ernährung ohne "leere Kalorien" sowie eine Belohnung, welche ebenfalls hin und wieder erlaubt sein sollte. Denn der vollkommene Verzicht schürt die Gefahr, einer Heißhungerattacke zum Opfer zu fallen.

7. Welche Nährstoffe spielen bei den Diäten eine Rolle?

Um diesen Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, sind folglich bestimmte Nährstoffe auch während der Diät wichtig. Peak.ag beschreibt die unterschiedlichen Aspekte, die hier zu beachten sind. Dabei gibt es neben den Proteinen, auch die Kohlenhydrate, Vitamine, Fette und Mineralstoffe, die erwähnenswert sind und bei einer Diät im Vordergrund stehen. Hauptbausteine sind die Proteine, die zum Aufbau sowie für den Erhalt der Muskulatur unumgänglich sind. Hinsichtlich der Kohlenhydrate ist zu beachten, dass sich diese in vier Gruppen untergliedern.

Fette sind ebenfalls relevant, denn obwohl diese häufig als schlecht bezeichnet werden, so sind sie dennoch wichtig für eine gesunde Ernährung. Hervorzuheben sind dabei die Omega-6 sowie die Omega-3-Fettsäuren, welche für ein gesundes Leben unumgänglich sind. Vitamine zählen ebenso zu den Nährstoffen, die an dieser Stelle zu erwähnen sind. Dabei handelt es sich um organische Verbindungen, die im menschlichen Organismus für die Gesundheit sowie den gesamten Kreislauf von Bedeutung sind. Sie haben die Aufrechterhaltung aller körperlichen Funktionen zur Aufgabe. Neben diesen wichtigen Bestandteilen gibt es noch eine Vielzahl anderer Stoffe, die auch bei Diäten immer wieder im Fokus stehen und unbedingt durch eine gesunde Ernährung in ausreichender Form zu sich zu nehmen sind.

8. Macht das Essen am Abend dick?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Grundsätzlich ist es nicht der Fall, dass Essen am Abend zwangsläufig dick macht. So gibt es bisher keine fundierte Studie, die diese Ergebnisse bestätigt. Dennoch ist es richtig, dass die falsche Ernährung am Abend schlechte Auswirkungen nach sich ziehen kann. Das heißt jedoch nicht, dass alle Mahlzeiten nach Feierabend direkt auf die Hüften gehen. Grundsätzlich kommt es auf die Gesamtenergiemenge an, die der Mensch am Tag zu sich nimmt. Hat er also tagsüber bereits eine Vielzahl von Nährstoffen konsumiert, so sollte er abends eher auf leichte Kost zurückgreifen. Das ist ohnehin von Vorteil, denn Mahlzeiten, die zu schwer im Magen liegen, lassen den Körper länger arbeiten, was bei manchen Menschen wiederum mit einem schlechten Schlaf bestraft wird.

Bei einer Diät geht es also in erster Linie um den Gesamtenergiehaushalt, also alle Stoffe, die über den Tag zu sich genommen wurden. Diese Bilanz gilt es also, zu kontrollieren beziehungsweise bei einer Diät zu reduzieren. Ebenso wird empfohlen, einen regelmäßigen Essensplan zu verfolgen, der Hauptmahlzeiten beinhaltet. Denn wer den Tag über nur Snacks zu sich nimmt, wird nicht richtig satt, was sich wiederum abends in Form einer Heißhungerattacke bemerkbar machen kann. Das Problem: Durch die Snacks wurde der Haushalt des Körpers dennoch aufgefüllt, sodass auf diese Weise ein Überschuss entsteht, der sich dann durch eine Gewichtszunahme verdeutlicht.

9. Welche Rolle spielt Sport bei einer Diät?

Sport ist unumgänglich, um dauerhaft und auf gesunde Weise Gewicht zu verlieren. Allerdings hilft dieser nicht alleine. Um abzunehmen, ist also eine Kombination aus körperlicher Betätigung sowie richtiger Ernährung von Nöten. In diesem Artikel geht der Sportmediziner Joachim Latsch näher auf die Sportarten ein, die bei dem Wunsch nach einem kontrollierten Gewichtsverlust am geeignetsten sind. Allerdings ist der Effekt nicht immer der gewünschte, denn es wird zwar Fett verbrannt, aber parallel erfolgt auch ein Wachstum der Muskeln, was dazu führt, dass auf der Waage das Ergebnis nicht immer nachvollziehbar ist.

Dabei gibt es Sportarten, die geeigneter sind, um dauerhaft Fett zu verbrennen und dieses auch auf der Waage zu sehen. Dies bekräftigt auch Latsch, der Oberarzt am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln:

"Günstiger sind Individualsportarten wie Nordic Walking, Jogging, Schwimmen oder Radfahren. Sehr stark übergewichtige Menschen können mit einem Krafttraining beginnen und - wenn sie sich fitter fühlen - zu bewegungsreicherem Training wie Laufen übergehen."

10. Welche Diät ist die erfolgreichste?

Es ist nicht leicht, die beste Diät zu benennen. Fakt ist jedoch, dass ausschließlich dauerhafte Ernährungsumstellungen langfristig zielführend sind. Dazu kommt die Verbindung mit Sport, denn ohne ausreichende körperliche Betätigung ist es schwierig, sein Wunschgewicht auch zu halten. Dessen Erreichen ist also selten das Problem. Auf dem Niveau zu bleiben hingegen schon. Aus diesem Grund ist besonders von Blitz-Diäten abzuraten, denn diese zeichnen sich häufig durch einen anschließenden Jo-Jo-Effekt aus. Ferner sind jene Formen häufig durch eine ungesunde Mangelernährung gekennzeichnet. Jeder, der unter Übergewicht oder Adipositas leidet, sollte demnach eine Ernährungsform wählen, die in Verbindung mit Sport langfristige Erfolge verspricht.