Carob

Carob ist ein süßliches Pulver aus den Früchten des Johannisbrotbaums. Viele Menschen benutzen es ähnlich wie Kakao, zum Beispiel in Getränken, Desserts oder beim Backen. Carob schmeckt von Natur aus mild und leicht karamellig. Es enthält viele Ballaststoffe und nur wenig Fett. Darum ist Carob für manche Menschen eine interessante Zutat, wenn sie eine andere Möglichkeit als Kakaopulver suchen.

Carob ist die getrocknete und verarbeitete Frucht des Johannisbrotbaums. Im Alltag meint „Carob“ oft das aus dem Fruchtfleisch hergestellte Carob-Pulver. Daneben gibt es Carob-Fasern, Carob-Sirup und Johannisbrotkernmehl aus den Samen. Carob liefert vor allem Kohlenhydrate und Ballaststoffe, enthält wenig Fett und wird in Lebensmitteln sowohl als Zutat als auch als Verdickungsmittel verwendet.

Carob im Überblick

Carob stammt vom Johannisbrotbaum mit dem botanischen Namen Ceratonia siliqua. Verwendet werden vor allem die langen Hülsenfrüchte. Ihr Fruchtfleisch kann getrocknet, geröstet und zu Carob-Pulver vermahlen werden. Die Samen im Inneren werden getrennt verarbeitet. Aus ihnen entsteht Johannisbrotkernmehl, auch als Carob Gum oder Locust Bean Gum bekannt. Dadurch ist Carob kein einzelnes Produkt, sondern eine ganze Gruppe verwandter Zutaten mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Wie unterscheiden sich Carob, Carob-Pulver, Carob-Fasern und Johannisbrotkernmehl?

Mit „Carob“ ist im Sprachgebrauch meist das Fruchtfleisch der Schote gemeint. Carob-Pulver wird aus diesem Fruchtfleisch hergestellt und dient häufig als Zutat für Backwaren, Müslis, Getränke oder Süßspeisen. Carob-Fasern sind besonders ballaststoffreiche Bestandteile des Fruchtfleisches und werden teils gezielt für Produkte mit höherem Faseranteil eingesetzt. Carob-Sirup ist eine eingedickte, süße Zubereitung aus der Frucht. Johannisbrotkernmehl dagegen stammt nicht aus dem Fruchtfleisch, sondern aus dem Samen. Es wird vor allem als Verdickungs- und Stabilisierungsmittel verwendet und ist in Zutatenlisten häufig als E 410 zu finden.

Nährwerte von Carob-Pulver

Carob-Pulver ist vor allem wegen seines hohen Ballaststoffgehalts interessant. Auf Nährwertrechner.de werden für Carob-Pulver pro 100 Gramm rund 300 Kilokalorien, etwa 49 Gramm Kohlenhydrate, ungefähr 5 Gramm Eiweiß, etwa 1 Gramm Fett und rund 40 Gramm Ballaststoffe angegeben. Damit ist Carob deutlich ballaststoffreicher als viele klassische Süßzutaten. Wer die Werte genauer prüfen oder Mengen umrechnen möchte, findet dazu die interne Übersicht unter Carob Pulver Nährwerte. Für die Einordnung des hohen Faseranteils passt auch der interne Hintergrundartikel zu Ballaststoffen.

Welche Inhaltsstoffe machen Carob interessant?

Carob enthält neben Ballaststoffen auch verschiedene Polyphenole und andere sekundäre Pflanzenstoffe. In Übersichtsarbeiten wird beschrieben, dass Carob-Früchte reich an bioaktiven Verbindungen sein können, die in Labor- und Tierstudien antioxidative und entzündungsmodulierende Eigenschaften zeigen. Für den Alltag bedeutet das vor allem, dass Carob nicht nur eine süßlich schmeckende Zutat ist, sondern auch ernährungsphysiologisch relevante Pflanzenstoffe mitbringt. Trotzdem sollte man Laborergebnisse nicht direkt mit einer gesicherten gesundheitlichen Wirkung beim Menschen gleichsetzen.

Ist Carob ein Ersatz für Kakao?

Carob wird oft als kakaoähnliche Zutat beschrieben, ist aber kein identischer Ersatz. Geschmacklich ist Carob meist milder, natürlicher süß und weniger bitter als Kakao. Außerdem ist Carob von Natur aus sehr fettarm. Wer ein dunkles, herbes Aroma erwartet, wird deshalb Unterschiede bemerken. Für Menschen, die ein sanfteres Aroma bevorzugen oder mit einer ballaststoffreichen Zutat backen möchten, kann Carob trotzdem gut geeignet sein. In Rezepten wird Carob-Pulver häufig in ähnlichen Mengen wie Kakao eingesetzt, je nach gewünschter Süße manchmal aber etwas angepasst.

Carob-Fasern und Verdauung

Carob-Fasern bestehen zu einem großen Teil aus unverdaulichen Pflanzenbestandteilen. Solche Ballaststoffe können das Sättigungsgefühl unterstützen und die Stuhlbeschaffenheit beeinflussen. In der Literatur werden Carob-Bestandteile seit Langem auch im Zusammenhang mit Verdauung, Durchfall und Cholesterinwerten diskutiert. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Nicht jedes Carob-Produkt wirkt gleich. Carob-Fasern aus dem Fruchtfleisch sind etwas anderes als Johannisbrotkernmehl aus den Samen. Wer Ballaststoffe erhöhen möchte, sollte eher auf Carob-Pulver oder faserreiche Carob-Produkte achten und gleichzeitig genug trinken.

Johannisbrotkernmehl und Carob Gum

Johannisbrotkernmehl, auch Locust Bean Gum oder Carob Bean Gum genannt, ist ein Galactomannan aus dem Endosperm der Samen. Es wird in der Lebensmitteltechnologie als Verdickungsmittel, Stabilisator und Texturgeber verwendet. Typische Einsatzgebiete sind Speiseeis, Desserts, Soßen, glutenfreie Produkte oder Spezialnahrungen. Seine Aufgabe ist meist nicht, Geschmack zu liefern, sondern Konsistenz zu verbessern. Deshalb sollte man Johannisbrotkernmehl ernährungsphysiologisch nicht einfach mit Carob-Pulver gleichsetzen, obwohl beide aus dem Johannisbrotbaum stammen.

Was sagt die Wissenschaft zu möglichen Gesundheitswirkungen?

Übersichtsarbeiten beschreiben für Carob und einzelne Carob-Bestandteile mögliche Effekte auf Blutfette, Verdauung und den Rückfluss von Mageninhalt bei Säuglingen. Dabei ist die Studienlage jedoch je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich stark. Für einige Fragestellungen gibt es klinische Hinweise, für viele andere vor allem experimentelle Daten. Das ist wichtig für eine faire Einordnung: Carob ist ernährungsphysiologisch interessant, aber kein Wundermittel. Aussagen über konkrete Heileffekte sollten deshalb vorsichtig formuliert werden.

Besonderheiten bei Säuglingen und Spezialnahrung

Johannisbrotkernmehl wird unter anderem in angedickten Spezialprodukten verwendet. Gleichzeitig hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit darauf hingewiesen, dass die Datenlage für bestimmte Anwendungen von Locust Bean Gum in Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder für besondere medizinische Zwecke nicht in allen Punkten ausreichend war. Das bedeutet nicht, dass Carob grundsätzlich problematisch ist, wohl aber, dass man insbesondere bei sehr jungen Kindern und Spezialnahrungen nicht einfach allgemeine Aussagen auf jede Situation übertragen sollte.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Beim Einkauf lohnt es sich, auf die genaue Produktbezeichnung zu schauen. Carob-Pulver ist meist für Backen und Getränke gedacht. Carob-Fasern werden eher wegen ihres Ballaststoffgehalts genutzt. Carob-Sirup ist deutlich süßer und eher mit einem Brotaufstrich oder Süßungsmittel vergleichbar. Johannisbrotkernmehl ist eine funktionelle Zutat zum Binden und Andicken. Wer Nährwerte vergleicht, sollte deshalb immer prüfen, welche Variante gemeint ist. Gerade bei Rezepten oder Datenbanken ist diese Unterscheidung entscheidend.

Zusammengefasst

Carob ist mehr als nur „Kakao ohne Kakao“. Das Fruchtfleisch liefert ein mildes, süßliches Pulver mit wenig Fett und viel Ballaststoff. Carob-Fasern können den Faseranteil von Lebensmitteln erhöhen. Carob-Sirup ist eine süße Fruchtzubereitung. Johannisbrotkernmehl aus den Samen ist dagegen vor allem ein technologisch wichtiges Verdickungsmittel. Wer Carob im Nährwertrechner bewertet, sollte deshalb immer genau auf die jeweilige Form achten. Dann lässt sich gut erkennen, ob man ein ballaststoffreiches Pulver, eine süße Fruchtzutat oder ein funktionelles Bindemittel vor sich hat.

Häufige Fragen zu Carob

Ist Carob dasselbe wie Kakao?
Nein. Carob wird zwar ähnlich verwendet, schmeckt aber meist süßer und milder und enthält deutlich weniger Fett als Kakao.
Was ist der Unterschied zwischen Carob-Pulver und Johannisbrotkernmehl?
Carob-Pulver stammt aus dem Fruchtfleisch der Schote. Johannisbrotkernmehl stammt aus den Samen und dient hauptsächlich zum Andicken und Stabilisieren.
Ist Carob ballaststoffreich?
Ja. Besonders Carob-Pulver und Carob-Fasern können viel Ballaststoff enthalten. Laut Nährwertrechner liegt Carob-Pulver bei rund 40 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm.
Wofür wird Carob Gum verwendet?
Carob Gum, auch Locust Bean Gum oder Johannisbrotkernmehl, wird in Lebensmitteln genutzt, um Produkte cremiger, stabiler oder dickflüssiger zu machen.
Ist Carob für Kinder geeignet?
Als normale Zutat in üblichen Mengen ist Carob allgemein etwas anderes als medizinische Spezialnahrung. Bei Säuglingen und speziellen Produkten sollte man jedoch besonders genau auf die Produktart und gegebenenfalls auf fachliche Empfehlungen achten.

Quellen

Nährwertrechner.de: Carob Pulver Nährwerte

Nährwertrechner.de: Ballaststoffe - Tagesbedarf und Info

Ikram A et al. Nutritional, biochemical, and clinical applications of carob. Food Science & Nutrition. 2023.

Goulas V et al. Functional Components of Carob Fruit: Linking the Chemical and Biological Space. International Journal of Molecular Sciences. 2016.

Zhu BJ et al. Functional polysaccharides of carob fruit: a review. Chinese Medicine. 2019.

EFSA Panel. Re-evaluation of locust bean gum (E 410) as a food additive. EFSA Journal. 2017.

USDA National Agricultural Library: Total Dietary Fiber Data

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