Mit dem Nährwertrechner kannst du nicht nur Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe berechnen, sondern auch das Aminosäureprofil deiner Ernährung auswerten. Das ist besonders hilfreich, wenn du genauer wissen möchtest, wie hochwertig die Proteine in deiner Ernährung zusammengesetzt sind. Denn Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß: Entscheidend ist nicht nur die Gesamtmenge an Protein, sondern auch, ob alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge vorhanden sind.
Das Aminosäureprofil zeigt dir grafisch aufbereitet und übersichtlich, wie gut deine Ernährung mit den lebensnotwendigen Aminosäuren versorgt ist. Damit kannst du überprüfen, ob deine Lebensmittelauswahl alle essentiellen Aminosäuren vollständig abdeckt und ob die biologische Wertigkeit deiner Ernährung günstig ist. Die biologische Wertigkeit beschreibt vereinfacht gesagt, wie gut der Körper das aufgenommene Nahrungseiweiß in körpereigenes Eiweiß umwandeln kann.
Das Aminosäureprofil im Nährwertrechner umfasst die folgenden essentiellen Aminosäuren:
- Histidin
- Isoleucin
- Leucin
- Lysin
- Methionin + Cystein
- Phenylalanin + Tyrosin
- Threonin
- Tryptophan
- Valin
Essentiell bedeutet, dass der Körper diese Aminosäuren nicht selbst in ausreichender Menge herstellen kann. Sie müssen deshalb regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden. Fehlt eine essentielle Aminosäure oder ist sie nur in sehr geringer Menge vorhanden, kann der Körper das aufgenommene Protein nicht optimal nutzen. Man spricht dann häufig von der begrenzenden Aminosäure.
Gerade für Kraftsportlerinnen und Kraftsportler, die Muskeln aufbauen oder erhalten möchten, ist die Qualität des Proteins wichtig. Für den Muskelaufbau reicht es nicht aus, einfach nur eine bestimmte Menge Eiweiß zu essen. Entscheidend ist auch, ob die aufgenommenen Proteine ein günstiges Aminosäuremuster haben. Besonders Leucin, Isoleucin und Valin spielen im Sport eine große Rolle, weil sie zu den verzweigtkettigen Aminosäuren gehören und häufig im Zusammenhang mit Muskelproteinaufbau genannt werden.
Auch für Menschen, die sich vegan oder überwiegend pflanzlich ernähren, ist das Aminosäureprofil besonders interessant. Pflanzliche Lebensmittel können sehr gute Proteinquellen sein, unterscheiden sich aber häufig stärker in ihrer Aminosäurenzusammensetzung als tierische Lebensmittel. Manche pflanzlichen Proteinquellen enthalten beispielsweise weniger Lysin, andere weniger Methionin. Durch eine passende Kombination verschiedener Lebensmittel, zum Beispiel Hülsenfrüchte mit Getreide, lässt sich das Aminosäureprofil der Ernährung oft deutlich verbessern.
Der Nährwertrechner hilft dir dabei, solche Zusammenhänge sichtbar zu machen. Du kannst deine Lebensmittel, Mahlzeiten oder dein Ernährungstagebuch erfassen und anschließend prüfen, ob alle essentiellen Aminosäuren ausreichend abgedeckt sind. Dadurch erkennst du nicht nur, wie viel Protein du insgesamt aufgenommen hast, sondern auch, ob dieses Protein ausgewogen zusammengesetzt ist.
Denn prozentual kann der Körper das Nahrungseiweiß nur so gut verwerten, wie es die am knappsten vorhandene essentielle Aminosäure zulässt. Es genügt daher nicht immer, nur auf eine Eiweißmenge von beispielsweise 80 oder 100 g pro Tag zu achten. Wenn eine wichtige Aminosäure deutlich zu niedrig ist, kann die tatsächliche Verwertbarkeit des Proteins eingeschränkt sein.
Hier kann der Nährwertrechner eine gute Orientierung geben. Wenn alle Werte im Bereich „Aminosäureprofil“ unter deiner Berechnung oder in der Nährstoffanalyse bei 100 % oder darüber liegen, bist du rechnerisch ausreichend mit allen essentiellen Aminosäuren versorgt. Liegt eine Aminosäure deutlich darunter, kannst du gezielt prüfen, welche Lebensmittel deine Ernährung sinnvoll ergänzen könnten.