Tetradecensäure (Myristoleinsäure)

Tetradecensäure ist eine besondere Art von Fett. Sie kommt in Lebensmitteln meistens nur in sehr kleinen Mengen vor, zum Beispiel in manchen Tierfetten oder Fischöl.

Was ist Tetradecensäure?

„Tetradecensäure“ bezeichnet eine einfach ungesättigte Fettsäure mit 14 Kohlenstoffatomen (C14:1). In der Praxis ist damit häufig die Myristoleinsäure gemeint, also (9Z)-Tetradec-9-ensäure (auch „9-Tetradecensäure“).

Wo kommt Tetradecensäure in Lebensmitteln vor?

Tetradecensäure gilt als „Minorfettsäure“, also eine Fettsäure, die in vielen Fetten nur in kleinen Anteilen vorkommt. Berichtet wird ihr Vorkommen unter anderem in Tierfetten, Butter sowie Fischölen; in einzelnen Pflanzenölen (z. B. aus bestimmten Myristicaceae-Arten) kann sie deutlich höhere Anteile erreichen. In vielen fettarmen Lebensmitteln ist der Wert entsprechend oft 0 oder „nicht nachweisbar“, weil schlicht kaum Fett enthalten ist.

Was bedeutet der Wert im Nährwertrechner?

Im nährwertrechner wird Tetradecensäure in der Fettsäuren-Aufschlüsselung einzelner Lebensmittel und auch in Tagesberechnungen als eigener Posten geführt. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn du Fettquellen vergleichst (z. B. verschiedene Milchprodukte, Fette/Öle oder Fischprodukte) oder wenn du ein sehr detailliertes Fettsäureprofil dokumentieren möchtest. In der Praxis ist Tetradecensäure meist nur ein kleiner Baustein innerhalb der Kategorie „einfach ungesättigte Fettsäuren“.

Was sagt die Forschung zu möglichen Wirkungen?

Zu Myristoleinsäure gibt es Forschung, die eher mechanistisch bzw. experimentell ist (Zell- und Tiermodelle) und nicht automatisch bedeutet, dass der Verzehr tetradecensäurehaltiger Lebensmittel einen gleichen Effekt beim Menschen hat. Beispiele: Es gibt Arbeiten, in denen Myristoleinsäure Signalwege beeinflusst, die mit Fettgewebe-Aktivität in Verbindung gebracht werden, sowie Studien, die Effekte auf Osteoklasten (Knochenabbau-Zellen) oder auf Haarfollikel-Signalwege untersuchen. Solche Ergebnisse sind spannend für die Grundlagenforschung, aber sie ersetzen keine belastbaren Ernährungsempfehlungen zur gezielten Aufnahme von Tetradecensäure.

Praktische Einordnung für die Ernährung

Wenn du im Nährwertrechner bei Tetradecensäure Werte siehst, ist das meist ein Hinweis darauf, dass die Fettquelle ein komplexes Gemisch vieler Fettsäuren ist. Für die Alltags-Optimierung ist oft wichtiger, die Gesamtfettmenge, die Balance zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren und die Lebensmittelqualität im Blick zu behalten (z. B. wie verarbeitet das Produkt ist). Tetradecensäure kann man als „Detailmarker“ verstehen, nicht als Nährstoff, den man typischerweise gezielt ansteuert.

Quellen und weiterführende Studien

Struktur, Synonyme und Grunddaten zu Myristoleinsäure findest du z. B. bei PubChem und in Übersichtsartikeln/Enzyklopädien. Für Forschung zu Myristoleinsäure (experimentell) kannst du u. a. diese Arbeiten nachlesen: Myristoleic acid inhibits osteoclast formation (PubMed), Myristoleic Acid Promotes Anagen Signaling (PMC) und Myristoleic acid produced by enterococci… (Gut). Eine behördliche Einordnung im Kontext eines Myristoleat-Komplexes (inkl. Angaben zum natürlichen Vorkommen im menschlichen Fettgewebe) findet sich zudem in einem EFSA-Statement-Dokument, das über das BfR bereitgestellt wird: PDF beim BfR.

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