Bei einer Suche nach den Nährwerten von Joghurt bekommst du verschiedene Joghurts angezeigt. Der wichtigste Unterschied liegt meistens im Fettgehalt. Außerdem kann sich Joghurt darin unterscheiden, welche Milchsäurekulturen verwendet wurden, ob er als „mild“ bezeichnet wird und ob weitere Zutaten wie Zucker, Früchte oder Aromen enthalten sind.
Joghurt ist also nicht gleich Joghurt. Ein Magermilchjoghurt hat deutlich weniger Fett als ein Sahnejoghurt, während ein Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz andere Nährwerte hat als ein Fruchtjoghurt oder ein gezuckerter Joghurt. Wenn du die Nährwerte vergleichen möchtest, solltest du deshalb immer genau darauf achten, welche Joghurtart gemeint ist.
In Deutschland regelt die Milcherzeugnisverordnung (MilchErzV) Anlage 1, welche Begriffe für Milcherzeugnisse verwendet werden dürfen. Dort ist auch festgelegt, wann ein Produkt als Joghurt bezeichnet werden darf. Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein Milcherzeugnis, das aus Milch oder Sahne hergestellt und mithilfe bestimmter Milchsäurekulturen gereift wird.
Die Verordnung beschreibt Joghurt genauer als ein Produkt, das aus Milch oder Sahne hergestellt wird. Im verzehrfertigen Erzeugnis müssen bestimmte thermophile Reifungskulturen überwiegen. Thermophil bedeutet, dass diese Kulturen Wärme mögen und ihr Wachstumsoptimum bei über 42 Grad Celsius liegt. Zusätzlich darf die Milchtrockenmasse erhöht werden, zum Beispiel durch Anreicherung mit Milcheiweißerzeugnissen. Auch die Verwendung von Laktase ist möglich:
hergestellt aus Milch oder Sahne, wobei im verzehrsfertigen Erzeugnis hierfür spezifische thermophile Reifungskulturen, deren Wachstumsoptimum bei über 42 Grad C liegt, überwiegen müssen, auch unter Erhöhung der Milchtrockenmasse und/oder angereichert mit Milcheiweißerzeugnissen, auch unter Verwendung von Laktase.
Für den Alltag ist vor allem der Fettgehalt wichtig. Denn der Fettgehalt beeinflusst nicht nur den Energiegehalt, sondern auch Geschmack, Cremigkeit und Mundgefühl. Je mehr Fett ein Joghurt enthält, desto cremiger und vollmundiger schmeckt er meistens. Gleichzeitig steigt in der Regel auch der Kaloriengehalt.
Auch der Fettgehalt ist in der MilchErzV geregelt. Danach werden Joghurts unter anderem folgendermaßen unterschieden:
- Magermilchjoghurt aus entrahmter Milch
- höchstens 0,5 % Fett
- fettarmer Joghurt
- mindestens 1,5 % Fett und höchstens 1,8 % Fett
- Joghurt
- mindestens 3,5 % Fett
- Sahnejoghurt beziehungsweise Rahmjoghurt
- mindestens 10 % Fett
Ein Magermilchjoghurt ist daher besonders fettarm. Er eignet sich, wenn du Fett und Kalorien einsparen möchtest. Fettarmer Joghurt liegt etwas darüber und ist häufig ein Kompromiss zwischen niedrigerem Fettgehalt und cremigerem Geschmack. Joghurt mit mindestens 3,5 % Fett entspricht der klassischen Vollmilchvariante. Sahnejoghurt oder Rahmjoghurt enthält deutlich mehr Fett und schmeckt deshalb besonders cremig, liefert aber auch mehr Energie.
Was bedeutet „Joghurt mild“?
Die oben genannten Joghurtarten können zusätzlich den Hinweis mild tragen. Dieser Zusatz bezieht sich nicht auf den Fettgehalt, sondern auf die verwendeten Milchsäurebakterien. Ein Joghurt bekommt den Zusatz mild, wenn bei der Herstellung anstelle von Lactobacillus bulgaricus andere Lactobacillen verwendet werden.
Das wirkt sich vor allem auf den Geschmack aus. Klassischer Joghurt kann deutlich säuerlich schmecken. Joghurt mild ist in der Regel weniger sauer und wird deshalb von vielen Menschen als weicher und angenehmer empfunden. Die Nährwerte können trotzdem ähnlich sein, wenn Fettgehalt und Zutaten vergleichbar sind.
Naturjoghurt, Fruchtjoghurt und gezuckerter Joghurt
Neben dem Fettgehalt und dem Zusatz mild spielt auch die Zutatenliste eine große Rolle. Naturjoghurt enthält in der Regel Milch beziehungsweise Sahne und Joghurtkulturen. Fruchtjoghurt enthält zusätzlich Früchte, Fruchtzubereitungen, Zucker oder andere süßende Zutaten. Dadurch können sich Kalorien- und Kohlenhydratgehalt deutlich erhöhen.
Wenn du die Nährwerte von Joghurt vergleichst, solltest du deshalb nicht nur auf die Bezeichnung achten, sondern auch auf die Angaben pro 100 Gramm. Ein Naturjoghurt mit 3,5 % Fett kann weniger Zucker enthalten als ein fettarmer Fruchtjoghurt, wenn dieser zusätzlich gesüßt wurde. Umgekehrt kann ein Magermilchjoghurt kalorienärmer sein, wenn er ungesüßt ist.
Für einen fairen Vergleich im Nährwertrechner solltest du deshalb möglichst die Sorte auswählen, die deinem tatsächlichen Produkt entspricht: also zum Beispiel Magermilchjoghurt, fettarmen Joghurt, klassischen Joghurt, Sahnejoghurt oder Joghurt mild.