Zeaxanthin

Zeaxanthin – ein Pflanzenfarbstoff für die Augen

Zeaxanthin ist ein gelber Farbstoff, der von Pflanzen gebildet wird. Er steckt zum Beispiel in Mais, Paprika und Eigelb. Auch in unseren Augen kommt Zeaxanthin vor. Dort wirkt es ein bisschen wie eine eingebaute Sonnenbrille: Es fängt einen Teil des energiereichen Lichts ab und hilft, die empfindlichen Zellen im Auge zu schützen.

Was ist Zeaxanthin?

Zeaxanthin ist ein natürlicher Farbstoff aus der Gruppe der Carotinoide. Genauer gesagt gehört es zu den Xanthophyllen. Chemisch ist es eng mit Lutein verwandt. Beide Stoffe besitzen dieselbe Summenformel, unterscheiden sich aber geringfügig im Aufbau ihrer Moleküle.

Im Gegensatz zu Beta-Carotin kann der menschliche Körper Zeaxanthin nicht in Vitamin A umwandeln. Es wird deshalb als Nicht-Provitamin-A-Carotinoid bezeichnet. Zeaxanthin ist dennoch biologisch bedeutsam, weil es antioxidative Eigenschaften besitzt und sich in bestimmten Geweben anreichert – insbesondere im Auge.

Ein weiterer bekannter Pflanzenfarbstoff aus derselben Stoffgruppe ist Lycopin. Während Lycopin vor allem für die rote Farbe von Tomaten verantwortlich ist, erzeugt Zeaxanthin überwiegend gelbe bis orange Farbtöne.

Welche Aufgabe hat Zeaxanthin im Auge?

In der Netzhaut des Auges befinden sich vor allem drei sogenannte Makulapigmente: Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin. Besonders hoch ist ihre Konzentration im Bereich der Makula. Das ist der Teil der Netzhaut, der für das scharfe Sehen benötigt wird. Im Zentrum der Makula, der Fovea, überwiegen Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin.

Die Makulapigmente erfüllen wahrscheinlich zwei wichtige Aufgaben:

  • Sie absorbieren einen Teil des kurzwelligen, energiereichen blauen Lichts, bevor dieses die empfindlichen Sehzellen erreicht.
  • Sie wirken als Antioxidantien und können reaktive Sauerstoffverbindungen abfangen, die bei Stoffwechselvorgängen und durch Lichteinwirkung entstehen.

Diese Funktionen erklären, weshalb Zeaxanthin häufig im Zusammenhang mit dem Erhalt der Sehfähigkeit und der altersabhängigen Makuladegeneration untersucht wird. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Zeaxanthin allein Augenkrankheiten verhindern oder behandeln kann.

Was ist der Unterschied zwischen Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin?

Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin sind sogenannte Stereoisomere. Ihre Moleküle bestehen aus denselben Atomen, unterscheiden sich jedoch in deren räumlicher Anordnung. Meso-Zeaxanthin kommt in gewöhnlichen Lebensmitteln nur in kleinen Mengen vor. Ein Teil davon wird vermutlich in der Netzhaut aus Lutein gebildet.

In wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin deshalb getrennt betrachtet. Angaben zum Zeaxanthingehalt eines Lebensmittels beziehen sich normalerweise auf das mit der Nahrung aufgenommene Zeaxanthin und nicht auf das erst im Auge gebildete Meso-Zeaxanthin.

Welche Lebensmittel enthalten Zeaxanthin?

Zeaxanthin kommt in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor, meistens jedoch in geringeren Mengen als Lutein. Zu den bedeutsamen Quellen der üblichen Ernährung gehören:

  • gelber Mais und daraus hergestellte Lebensmittel,
  • gelbe und orange Paprika,
  • Eigelb,
  • orangefarbene Früchte und Gemüsesorten,
  • dunkelgrünes Blattgemüse,
  • Goji-Beeren.

Die Farbe eines Lebensmittels erlaubt allerdings keine genaue Aussage über seinen Zeaxanthingehalt. Grünes Chlorophyll kann die gelbe Farbe der enthaltenen Carotinoide überdecken. Außerdem beeinflussen Sorte, Reifegrad, Anbau, Lagerung und Zubereitung den gemessenen Gehalt.

Eigelb enthält nicht unbedingt besonders große absolute Mengen an Zeaxanthin. Das darin enthaltene Fett und die Lebensmittelstruktur können jedoch dazu beitragen, dass Zeaxanthin vergleichsweise gut aufgenommen wird.

Wie nimmt der Körper Zeaxanthin auf?

Zeaxanthin ist fettlöslich. Während der Verdauung muss es zunächst aus dem Lebensmittel freigesetzt und zusammen mit Fetten und Gallensäuren in kleine Transportstrukturen, die sogenannten Mizellen, eingebaut werden. Anschließend kann es von den Darmzellen aufgenommen und über Lipoproteine im Blut zu den Geweben transportiert werden.

Die Aufnahme hängt nicht nur von der verzehrten Menge ab. Von Bedeutung sind auch die Struktur des Lebensmittels, seine Verarbeitung, die Zusammensetzung der Mahlzeit sowie individuelle Unterschiede bei Verdauung und Stoffwechsel. Studien zu Carotinoiden zeigen, dass etwas Nahrungsfett die Aufnahme verbessern kann. Besonders günstig scheinen dabei Fette mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren zu sein.

Eine Mahlzeit aus zeaxanthinhaltigem Gemüse kann deshalb beispielsweise mit etwas Pflanzenöl, Nüssen oder Samen kombiniert werden. Sehr große Fettmengen sind dafür nicht erforderlich.

Schützt Zeaxanthin vor Makuladegeneration?

Die größte klinische Untersuchung in diesem Zusammenhang ist die amerikanische AREDS2-Studie. Darin erhielten Personen, die bereits ein erhöhtes Risiko für eine fortgeschrittene altersabhängige Makuladegeneration hatten, eine Kombination aus mehreren hoch dosierten Nährstoffen. Die sogenannte AREDS2-Rezeptur enthielt unter anderem täglich 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin.

Die Ergebnisse zeigen nicht, dass Zeaxanthin allein bei gesunden Menschen eine Makuladegeneration verhindert. Bei bestimmten Personen mit bereits bestehender mittlerer oder fortgeschrittener Makuladegeneration kann die vollständige AREDS2-Nährstoffkombination jedoch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Besonders profitierten in den Auswertungen Personen, die über ihre gewöhnliche Ernährung nur wenig Lutein und Zeaxanthin aufgenommen hatten.

Lutein und Zeaxanthin erwiesen sich zudem als geeigneterer Bestandteil der Rezeptur als Beta-Carotin. Beta-Carotin war in Studien bei Rauchern und ehemaligen Rauchern mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden. Ein vergleichbarer Zusammenhang wurde für Lutein und Zeaxanthin nicht festgestellt.

Wichtig: AREDS2-Präparate sind nicht als allgemeine Nahrungsergänzung für gesunde Augen gedacht. Ob eine solche Kombination sinnvoll ist, sollte bei bestehender Makuladegeneration mit einem Augenarzt besprochen werden.

Gibt es einen Tagesbedarf für Zeaxanthin?

Für Zeaxanthin gibt es in Deutschland und der Europäischen Union keinen offiziell festgelegten Tagesbedarf. Es existiert daher auch keine Zufuhrempfehlung, die mit den Referenzwerten für Vitamine oder Mineralstoffe vergleichbar wäre.

Die in der AREDS2-Rezeptur verwendeten 2 mg Zeaxanthin pro Tag sind eine Studiendosis für eine bestimmte Patientengruppe. Sie stellen keine allgemeine Empfehlung für gesunde Menschen dar.

Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Maisprodukten und gegebenenfalls Eiern kann Zeaxanthin liefern. Für gesunde Menschen ist nicht nachgewiesen, dass eine zusätzliche Einnahme isolierter Zeaxanthinpräparate Augenkrankheiten zuverlässig verhindert.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertete eine tägliche Zufuhr von synthetischem Zeaxanthin bis 0,75 mg je Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich unbedenklich. Das bedeutet jedoch nicht, dass hohe Mengen notwendig oder besonders wirksam sind. Sicherheit und Nutzen sind unterschiedliche Fragen.

Wer an einer Augenerkrankung leidet, Medikamente einnimmt oder hoch dosierte Kombinationspräparate verwenden möchte, sollte die Einnahme vorher ärztlich abklären.

Fazit

Zeaxanthin ist ein fettlösliches Carotinoid, das vor allem als Bestandteil des Makulapigments im Auge von Bedeutung ist. Dort filtert es einen Teil des kurzwelligen Lichts und trägt zum antioxidativen Schutz der Netzhaut bei. Es kommt unter anderem in Mais, Paprika, Eigelb, grünem Blattgemüse und Goji-Beeren vor.

Eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung liefert Zeaxanthin zusammen mit vielen weiteren Nährstoffen. Nahrungsergänzungsmittel können bei bestimmten Formen der altersabhängigen Makuladegeneration sinnvoll sein, sollten aber nicht mit einer allgemeinen Vorbeugung für gesunde Menschen verwechselt werden.

(Artikel erstellt mit Hilfe von KI)

Wissenschaftliche Quellen

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