Bulgur
Kurz erklärt: Was ist Bulgur?
Bulgur ist ein Getreideprodukt aus Weizen, meist Hartweizen. Die Körner werden gedämpft oder vorgekocht, anschließend getrocknet und in unterschiedliche Körnungen gebrochen. Dadurch ist Bulgur schneller gar als viele andere Getreidebeilagen. Geschmacklich ist er mild, leicht nussig und passt besonders gut zu Gemüse, Kräutern, Tomaten, Joghurt, Hülsenfrüchten und orientalisch gewürzten Gerichten.
Welche Sorten Bulgur gibt es?
Bulgur wird vor allem nach Körnung unterschieden. Feiner Bulgur quillt sehr schnell und wird häufig für Salate wie Taboulé, Füllungen oder Bratlinge verwendet. Mittlerer Bulgur eignet sich gut für Pfannengerichte, Bowls und klassische Beilagen. Grober Bulgur bleibt körniger und passt zu Eintöpfen, Pilaw-Gerichten oder als Alternative zu Reis. Sehr grober Bulgur braucht etwas länger, hat aber mehr Biss.
Zusätzlich gibt es hellen Bulgur, dunkleren Vollkorn-Bulgur und teilweise Bio-Bulgur. Vollkorn-Bulgur enthält mehr Bestandteile des ganzen Korns und kann dadurch mehr Ballaststoffe, Mineralstoffe und Sättigung liefern als stärker verarbeitete Varianten.
Worauf sollte man beim Kauf von Bulgur achten?
Beim Kauf ist zuerst die Körnung wichtig. Für Salate eignet sich feiner Bulgur, für Beilagen und warme Gerichte eher mittlerer oder grober Bulgur. Wer sich ballaststoffreicher ernähren möchte, greift bevorzugt zu Vollkorn-Bulgur. Sinnvoll ist außerdem ein Blick auf die Zutatenliste: Reiner Bulgur sollte möglichst nur aus Weizen bestehen und keine unnötigen Zusätze enthalten.
Achte auf eine trockene, unbeschädigte Verpackung und ein gutes Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei Bio-Produkten kann die Herkunft transparenter sein. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit, Weizenallergie oder Zöliakie ist Bulgur jedoch ungeeignet, da er aus Weizen hergestellt wird.
Wie bereitet man Bulgur zu?
Bulgur ist bereits vorgegart und muss deshalb meist nur quellen. Als Grundregel gilt: 1 Teil Bulgur mit etwa 1,5 bis 2 Teilen heißem Wasser oder Gemüsebrühe übergießen, abdecken und quellen lassen. Feiner Bulgur ist oft nach 5 bis 10 Minuten weich. Mittlerer Bulgur braucht etwa 10 bis 15 Minuten. Grober Bulgur kann 15 bis 25 Minuten benötigen und wird je nach gewünschter Konsistenz kurz gekocht.
Für mehr Geschmack kann Bulgur vor dem Quellen kurz in etwas Olivenöl angeröstet werden. Danach gibt man Gemüsebrühe, Tomatenmark, Gewürze oder Kräuter hinzu. Nach dem Quellen wird der Bulgur mit einer Gabel aufgelockert. So bleibt er körnig und wird nicht zu kompakt.
Wie lange ist Bulgur haltbar?
Trockener Bulgur ist bei richtiger Lagerung meist viele Monate haltbar. Entscheidend sind das Mindesthaltbarkeitsdatum, eine trockene Lagerung und ein unauffälliger Geruch. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel danach verdorben ist. Es beschreibt den Zeitraum, in dem der Hersteller die typische Qualität garantiert.
Gekochter Bulgur ist deutlich empfindlicher. Er sollte nach dem Abkühlen in einem geschlossenen Behälter in den Kühlschrank gestellt und möglichst innerhalb von 1 bis 2 Tagen verbraucht werden. Wenn er sauer riecht, schmierig wirkt, schimmelt oder ungewöhnlich schmeckt, sollte er nicht mehr gegessen werden.
Wie bewahrt man Bulgur richtig auf?
Trockener Bulgur sollte kühl, dunkel, trocken und luftdicht verschlossen gelagert werden. Gut geeignet sind Schraubgläser, Vorratsdosen oder die fest verschlossene Originalverpackung. Wichtig ist Schutz vor Feuchtigkeit, Wärme und Vorratsschädlingen.
Gekochter Bulgur gehört in den Kühlschrank. Er sollte nicht lange bei Raumtemperatur stehen bleiben. Für Meal Prep kann man gekochten Bulgur portionsweise einfrieren. Nach dem Auftauen sollte er gründlich erhitzt oder direkt kalt in hygienisch einwandfreien Salaten verwendet werden.
Wie groß ist eine Portion Bulgur?
Als Beilage rechnet man meist mit etwa 50 bis 70 Gramm trockenem Bulgur pro Person. Das ergibt nach dem Quellen ungefähr 150 bis 210 Gramm gegarten Bulgur. Als Hauptgericht, zum Beispiel in einer Bowl oder einem Salat, können 70 bis 90 Gramm trockener Bulgur sinnvoll sein. Für Kinder, kleinere Mahlzeiten oder kalorienbewusste Portionen reichen oft 40 bis 50 Gramm trocken.
Die genaue Portionsgröße hängt davon ab, ob Bulgur nur Beilage ist oder die Hauptkomponente des Gerichts bildet. Im Nährwertrechner lassen sich Menge, Kalorien und Nährwerte passend zur eigenen Portion berechnen.
Welche Beilagen passen zu Bulgur?
Bulgur passt besonders gut zu mediterranen und orientalischen Zutaten. Empfehlenswert sind Ofengemüse, Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini, Auberginen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen, Feta, Joghurt-Dip, Hummus, Kräuter, Zitronensaft und Olivenöl. Als Proteinquelle eignen sich Hähnchen, Fisch, Tofu, Eier, Halloumi oder Hülsenfrüchte.
Für eine ausgewogene Mahlzeit kombiniert man Bulgur am besten mit viel Gemüse, einer Eiweißquelle und einer kleinen Menge hochwertigem Fett. So entsteht eine sättigende Mahlzeit mit Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Eiweiß und Mikronährstoffen.
Einfaches Rezept: Bulgur-Gemüse-Pfanne mit Joghurt-Dip
Zutaten für 2 Portionen
140 g Bulgur, 250 ml Gemüsebrühe, 1 rote Paprika, 1 kleine Zucchini, 1 kleine rote Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 1 EL Tomatenmark, 1 TL Paprikapulver, etwas Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Petersilie oder Minze. Für den Dip: 150 g Naturjoghurt, 1 kleine Knoblauchzehe, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer.
Zubereitung
Den Bulgur in eine Schüssel geben, mit heißer Gemüsebrühe übergießen, abdecken und je nach Körnung 10 bis 15 Minuten quellen lassen. Währenddessen Zwiebel, Paprika und Zucchini klein schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel anschwitzen, Tomatenmark kurz mitrösten und das Gemüse hinzufügen. Alles würzen und einige Minuten garen, bis das Gemüse weich, aber noch bissfest ist.
Den gequollenen Bulgur mit einer Gabel auflockern und unter das Gemüse mischen. Mit Zitronensaft, Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken. Für den Dip Joghurt mit Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Die Bulgur-Gemüse-Pfanne mit dem Joghurt-Dip servieren.
Hat Bulgur gesundheitliche Vorteile?
Ja, Bulgur kann gesundheitliche Vorteile haben, wenn er in eine ausgewogene Ernährung eingebaut wird. Er liefert komplexe Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß und je nach Sorte viele Ballaststoffe. Ballaststoffe unterstützen die Verdauung, fördern die Sättigung und können helfen, Blutzucker- und Cholesterinwerte günstiger zu beeinflussen.
Als Getreidebeilage ist Bulgur eine gute Alternative zu weißem Reis oder hellen Nudeln, besonders wenn Vollkorn-Bulgur gewählt wird. Vollkornprodukte liefern im Vergleich zu stark ausgemahlenen Getreideprodukten meist mehr Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Wer regelmäßig Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse isst, kann die Qualität der Ernährung deutlich verbessern.
Gibt es gesundheitliche Nachteile?
Bulgur ist nicht für alle Menschen geeignet. Da er aus Weizen besteht, enthält er Gluten. Menschen mit Zöliakie müssen Bulgur meiden. Auch bei Weizenallergie oder starker Gluten- beziehungsweise Weizensensitivität kann Bulgur Beschwerden auslösen.
Bei empfindlicher Verdauung können größere Mengen Bulgur, vor allem Vollkorn-Bulgur, zu Blähungen oder Völlegefühl führen. In diesem Fall ist es sinnvoll, mit kleineren Portionen zu beginnen, ausreichend zu trinken und Bulgur mit gut verträglichem Gemüse zu kombinieren. Für eine kohlenhydratreduzierte Ernährung ist Bulgur nur bedingt geeignet, da er überwiegend Kohlenhydrate liefert.
Nährwerte von Bulgur
Die Nährwerte beziehen sich auf trockenen Bulgur. Laut Nährwertrechner liefert Bulgur pro 100 Gramm etwa 325 kcal, 1 g Fett, 9 g Eiweiß, 69 g Kohlenhydrate und 10 g Ballaststoffe. Damit ist Bulgur vor allem eine kohlenhydratreiche Getreidebeilage mit einem nennenswerten Ballaststoffanteil.
Da Bulgur beim Quellen Wasser aufnimmt, enthält gegarter Bulgur pro 100 Gramm deutlich weniger Kalorien als die trockene Ausgangsmenge. Für die genaue Berechnung einer Portion sollte deshalb die tatsächlich verwendete Trockenmenge im Nährwertrechner für Bulgur verwendet werden.
FAQ zu Bulgur
- Was ist Bulgur?
- Bulgur ist vorgegarter, getrockneter und gebrochener Weizen. Er wird häufig als schnelle Beilage, für Salate, Bowls und orientalische Gerichte verwendet.
- Ist Bulgur glutenfrei?
- Nein. Bulgur besteht aus Weizen und enthält Gluten. Für Menschen mit Zöliakie ist Bulgur nicht geeignet.
- Welche Bulgur-Sorte eignet sich für Salat?
- Für Salate wie Taboulé eignet sich feiner Bulgur besonders gut, weil er schnell quillt und eine lockere Konsistenz bekommt.
- Wie viel Bulgur rechnet man pro Person?
- Als Beilage sind etwa 50 bis 70 Gramm trockener Bulgur pro Person üblich. Als Hauptgericht können es etwa 70 bis 90 Gramm trockener Bulgur sein.
- Muss man Bulgur kochen?
- Feiner und mittlerer Bulgur muss meist nicht gekocht werden. Es reicht oft, ihn mit heißem Wasser oder Brühe zu übergießen und quellen zu lassen. Grober Bulgur kann kurz gekocht werden.
- Wie lange hält gekochter Bulgur?
- Gekochter Bulgur sollte im Kühlschrank aufbewahrt und möglichst innerhalb von 1 bis 2 Tagen verbraucht werden.
- Ist Bulgur gesund?
- Bulgur kann Teil einer gesunden Ernährung sein. Er liefert komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß. Besonders Vollkorn-Bulgur ist eine nährstoffreiche Beilage.
- Welche Alternativen gibt es zu Bulgur?
- Alternativen sind Couscous, Reis, Quinoa, Hirse, Buchweizen, Dinkel, Grünkern oder Vollkornnudeln. Glutenfreie Alternativen sind zum Beispiel Quinoa, Hirse, Reis und Buchweizen.
Quelle für die Nährwerte
Die im Artikel genannten Nährwerte stammen ausschließlich aus dem Nährwertrechner-Eintrag zu Bulgur.